*schottischer/irländischer Ausdruck – klein, winzig​

Nach dem Abi ins Ausland – ein Traum, der für viele Realität wird. Aber nicht jeder hat die Möglichkeit, ein Jahr in Australien, Neuseeland oder den USA zu verbringen. Da kann man schon mal ein bisschen Fernweh bekommen – so wie auch ich damals.

Was aber viele nicht wissen ist, dass auch während der Ausbildung oder dem dualen Studium in Absprache mit dem Unternehmen ein Auslandspraktikum machbar ist. Dank dem Förderprogramm der EU für Auszubildende namens ERASMUS+ und KOMSA ging es für mich letztlich 4 Wochen nach Derry – der zweitgrößten Stadt Nordirlands.

Es kann losgehen

Nachdem am Flughafen Leipzig/Halle viele Tränen geflossen sind und ich damit erfolgreich die Aufmerksamkeit auch im Wartebereich auf mich gezogen habe, ging es mit Zwischenstopp in Frankfurt nach Dublin. Dort angekommen stand ich vor der Herausforderung, den richtigen Bus zu finden. Irgendwann fand ich mich dann auf der 3,5-Stunden-Fahrt quer über die Irische Insel wieder, von der ich nur leider nicht viel mitbekam, denn es war schon Nacht.

Für die nächsten vier Wochen sollte ich bei der überaus liebenswürdigen und fürsorglichen Tracey mit ihrem Hund Spanky leben, die mich auch herzlich am Buszentrum von Derry empfangen haben. Viel zu viel leckeres Essen, mindestens vier Tees am Tag und dramatische britische Soapoperas am Abend gehörten von da an zu meinem Alltag.

Englisch-Sprachkurs und geschichtliche Einblicke

In meiner ersten Woche besuchte ich einen Englisch-Sprachkurs in der Foyle International School. Fünf Deutsche, inklusive mir, starteten ihr Auslandspraktikum so in dieser Woche. Im Voraus musste man bereits einen Online-Sprachtest absolvieren. Dadurch wird der eigene Englischlevel festgestellt, sodass die Schule uns anschließend in verschiedene Kurse verteilen konnte. Für mich und meinen deutschen und spanischen Mitschüler standen Themen wie die extrem interessante Geschichte von Derry, typische Redewendungen und  Sprachübungen auf dem Plan. Dank der sympathischen Lehrerin Theres machten die knapp drei Stunden am Tag nicht nur Spaß, sondern brachten mir vor allem in Bezug auf meine Vokabelkenntnisse etwas. So verging die erste Woche wie im Flug.

Arbeiten in einem irischen Unternehemen

Die nächsten drei Wochen unterstützte ich vier Kollegen bei einem Pharmaziegroßhandel. Dieser hat mehrere Standorte und Filialen in der Umgebung sowie einen eigenen Onlineshop. Dort gehörten zu meinen täglichen Aufgaben die Versandvorbereitung von Artikeln, das Ein-, Aus- und Aufräumen der Regale und administrative Dinge. An sich keine riesige Herausforderung, aber die Arbeitsweisen bzw. Produkte, die sich von Deutschland und speziell KOMSA klar unterschieden, machten die Sache noch spannender. Vor allem aber waren es die Menschen, die meinen Alltag so interessant gemacht haben. Man fühlte sich sofort zuhause, wurde als Kollege geschätzt, in Späße mit einbezogen und lieb gewonnen. Ich durfte sogar mal einen kurzen Abstecher in eine Filiale auf der irischen Seite der Grenze machen. So fiel mir der Abschied von meinen neuen Freunden mit Pizza, Bier und einem Geschenk wirklich sehr schwer.

Nach der Arbeit kommt das Vergnügen

Aber natürlich war ich nicht nur zum Arbeiten 1.900 km weit gereist. Ich wollte auch etwas sehen. Ganz oben auf der Liste stand der Giant’s Causeway, das aus etwa 40.000 gleichmäßig geformten Basaltsäulen bestehende achte Weltwunder, wie die Iren selbst sagen. Auch wenn wir dem völlig unkontrolliertem Mix aus Sturm, Regen, Schneeregen und Sonnenschein ausgesetzt waren, hat sich die Wanderung definitiv ausgezahlt.

Überhaupt haben die Nordiren das Glück einer so unglaublich schönen und erdenden Landschaft. Vermutlich sind sie vor allem deswegen eines der freundlichsten Völker, mit denen ich es bis jetzt zu tun hatte. Busfahrer bedanken sich bei dir für deine Mitfahrt, fremde Menschen fragen dich, wo du herkommst und geben wertvolle Touri-Tipps. Überhaupt fühlt sich alles ein wenig entspannter an. Selbst in der Hauptstadt Belfast, die gerade so groß ist wie Dresden, war von Alltagsstress nichts zu spüren.

Fazit

Nach vier Wochen unzählig vieler Eindrücke und neu geschlossener Freundschaften kehrte ich schließlich wieder nach Deutschland zurück.

Ich kann es jedem nur wärmstens empfehlen, die Möglichkeit eines Auslandspraktikums zu nutzen. Dank KOMSA habe ich wieder einmal viel über mich gelernt und konnte meine Fähigkeiten unter Beweis stellen – schon alleine das ist jede Reise wert.

Hope to see you soon!

Nancy

 

BenutzerfotoNancy

3. Ausbildungsjahr

Kauffrau im Groß- und Außenhandel

Aktuelle Abteilung: Human Resources